Veranstaltungen
Paradise Circus 2026 @ Discovery Art Fair in Frankfurt am Main
Datum
30. Oktober 2026 | 11:00 - 1. November 2026 | 18:00
Ort
Frankfurt am Main
Raum-Installation / Performance von Dennis Josef Meseg
Paradise
Circus
15 Tonnen Gewehrmunition. Eine monumentale Arbeit über Gewalt, Überfluss, Fortschritt, Gleichgültigkeit – und darüber, woran wir uns längst gewöhnt haben.
15 Tonnen Gewehrmunition. Nicht als militärisches Objekt, sondern als Material einer begehbaren Raum-Installation. Was in seiner Masse zunächst glänzt, anzieht und beinahe ornamental wirkt, trägt zugleich die Erinnerung an Gewalt in sich. Paradise Circus bringt genau diesen Widerspruch in den Raum.
Wenn der Überfluss seine Unschuld verliert
Paradise Circus ist keine Arbeit, die sich dem Betrachter höflich erklärt. Sie liegt vor ihm. Schwer. Massiv. Unübersehbar. Aus der Distanz entsteht eine Landschaft. Erst beim Näherkommen wird sichtbar, woraus sie besteht.
Ein einzelnes Stück Gewehrmunition lässt sich übersehen. Tausende vielleicht noch zählen. In der Masse verändert sich die Wahrnehmung. Das einzelne Objekt verschwindet im Überfluss – und genau darin beginnt die Arbeit.
Der Reiz der Oberfläche und die Geschichte des Materials widersprechen sich. Präzision, industrielle Perfektion und metallischer Glanz treffen auf einen Zweck, der mit Macht, Verletzung und Zerstörung verbunden ist.
Ein Zirkus namens Paradies
Schon der Titel trägt den Widerspruch in sich: Paradise steht für Sehnsucht, Wohlstand, Sicherheit und die Vorstellung eines Lebens ohne Mangel. Circus steht für Spektakel, Ablenkung, Inszenierung, Überzeichnung und das Bedürfnis, unterhalten zu werden.
Dazwischen bewegt sich Paradise Circus. Die Arbeit fragt nicht, ob Fortschritt gut oder schlecht ist. Sie zeigt vielmehr die Spannung einer Zivilisation, die gleichzeitig Wohlstand produziert, Ressourcen verbraucht, Systeme der Zerstörung perfektioniert – und sich an die Gleichzeitigkeit all dessen gewöhnt.
Raum-Installation und Performance
Die Arbeit wird für Frankfurt nicht einfach wiederholt. Paradise Circus verändert sich mit dem Raum. 2022 in Köln waren Schaufensterfiguren und zeitweise Darsteller Teil der Inszenierung. 2025 in Wesseling verschwanden die menschlichen Körper vollständig aus dem Bild. Das Material blieb allein zurück.
Für Frankfurt wird die Arbeit erneut weiterentwickelt. Die Präsentation auf der Discovery Art Fair wird zur Raum-Installation / Performance: Aufbau, Bewegung, körperliche Arbeit und die Veränderung des Materials können selbst Teil des Bildes werden.
So entsteht keine statische Wiederholung, sondern eine neue Begegnung mit derselben Arbeit. Der Raum verändert das Werk – und das Werk verändert den Raum.
Sie wird zum Gewicht. Zur Störung. Zur Frage.
Drei Orte.
Drei Inszenierungen.
Das Material bleibt. Die Begegnung verändert sich. Paradise Circus wird mit jedem Raum neu gelesen.
Figur, Körper und Bewegung
Bei der ersten Präsentation waren Schaufensterfiguren dauerhaft in die Installation eingebunden. Zeitweise bewegten sich zusätzlich Darsteller innerhalb der Arbeit.
Die Abwesenheit des Menschen
Figuren und Darsteller verschwanden vollständig. Die 15 Tonnen Material standen für sich: Oberfläche, Gewicht, Masse und Erinnerung.
Raum-Installation / Performance
Auf der Discovery Art Fair wird Paradise Circus erneut für den konkreten Raum gedacht. Nicht als Wiederholung, sondern als nächste Zustandsform der Arbeit.
Kostenlose Eintrittskarte
Für die Discovery Art Fair stehen kostenlose Eintrittskarten für alle Publikumstage zur Verfügung. Die Freikarte kann direkt als PDF heruntergeladen, ausgedruckt und ausgefüllt werden.
Kostenlose Eintrittskarte herunterladenDie Installation hören
Der Sound gehört zur Atmosphäre von Paradise Circus. Browser blockieren hörbaren Autostart häufig – falls der Ton nicht automatisch beginnt, genügt ein Klick.
Sound wird vorbereitet …Presse & Hintergrund
Paradise Circus entstand 2022 und wird 2026 für die Discovery Art Fair Frankfurt neu inszeniert. Die Pressemitteilung enthält Hintergrund zur Entstehung der Arbeit, zum Material, zur Entwicklung der verschiedenen Präsentationen sowie zur konzeptionellen Verbindung von Wohlstand, Gewalt, Überfluss und gesellschaftlicher Konditionierung.
Was bleibt, wenn der Schuss längst gefallen ist?
Paradise Circus liefert darauf keine fertige Antwort. Die Arbeit lässt das Material zurück – und eine Frage, die jeder Betrachter selbst mitnehmen muss.