Schluss mit dem Kasperletheater - Plastik - Dennis Josef Meseg - 2021

Schluss mit dem Kasperle-Theater


„Schluss mit dem Kasperle-Theater“

Ein alter Fernseher, die Bildröhre eingeschlagen, das Licht darin flackert noch wie ein sterbender Stern.
Aus dem Gerät fallen kleine, bunte Kasperlefiguren – lächelnd, grotesk, kopflos.

„Schluss mit dem Kasperle-Theater“ zeigt, was passiert, wenn Unterhaltung zur Erziehung wird.
Das Fernsehen – einst Fenster zur Welt – wurde zum Spiegel unserer Naivität.
Wir glauben, informiert zu sein, doch wir werden choreografiert.
Die Realität, die uns verkauft wird, ist gefiltert, geschnitten, inszeniert.

Die Installation ist ein Aufschrei gegen die permanente Manipulation des Blicks.
Sie erinnert daran, dass das Gehirn keinen Unterschied kennt zwischen Erlebtem und Gesehenem –
und dass jeder Bildschirm ein stiller Lehrer ist.

„Schluss mit dem Kasperle-Theater“ ruft nach Befreiung:
Zerschlagt die Bühne,
bevor sie eure Köpfe dekoriert.

Schluss mit dem Kasperletheater - Plastik - Dennis Josef Meseg - 2021

„Schluss mit dem Kasperle-Theater“

Applaus, meine Damen und Herren!
Die nächste Staffel der globalen Verblödung beginnt gleich.

Hier, in diesem ehrwürdigen Kasten aus Holz und Glas,
wurden jahrzehntelang Helden gemacht, Feinde erfunden und Wahrheiten portioniert.
Ein bisschen Blut, ein bisschen Liebe, ein bisschen Werbung – fertig ist das Abendprogramm.

Die Bildröhre ist zerbrochen – endlich.
Die Puppen purzeln heraus, ohne Fäden, ohne Drehbuch.
Aber keine Sorge: das Licht zuckt noch.
Reality stirbt zuletzt.

Diese Arbeit ist eine Hommage an das große Theater des Scheins –
und eine Einladung, endlich den Saal zu verlassen.

Abspann läuft.
Kasperle winkt.
Und wir klatschen noch immer.


„Schluss mit dem Kasperle-Theater“

Ein Kasten.
Ein Schlag.
Licht bricht.

Puppen fallen,
Lächeln gefriert.

Die Wahrheit
zuckt noch –
ein letzter Funke
aus der Röhre.

Dann Stille.


„Schluss mit dem Kasperle-Theater“

Das Fernsehen war nie ein Fenster.
Es war ein Spiegel, der uns erzogen hat,
unsere Ängste, unsere Ideale, unsere Feindbilder.

Mesegs zerstörtes Gerät zeigt die Wunde im kollektiven Bewusstsein.
Die Puppen, die herausfallen, sind wir selbst –
Kinder der Illusion, genährt von Fiktion.

Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen Wirklichkeit und Bildschirm.
Es glaubt, was es sieht.
So entstehen Vorurteile, Schönheitsideale, Weltbilder –
produziert in Studios, verkauft als Erfahrung.

Das flackernde Restlicht im Inneren ist beunruhigend ehrlich:
Es zeigt, dass das Theater weitergeht,
auch wenn der Vorhang längst verbrannt ist.
„Schluss mit dem Kasperle-Theater“ ist kein Titel,
es ist ein Gebet – an die Freiheit des eigenen Denkens.

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