Installation "Broken" in Bonn Münsterplatz 2020

Installation “Broken/ (Un)Broken”


Installation “Broken/ (Un)Broken” aus 222 weiblichen Schaufensterfiguren


Es gibt wenige rote Fäden, die sich so zerreißfest durch die gesamte Menschheitsgeschichte ziehen wie die physische und psychische Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Kein Krieg, dessen Sieger nicht die Frauen der Verlierer verschleppt, vergewaltigt und ermordet hätten. Keine Religion, die Frauen nicht als Wurzel allen Übels einstuft oder zumindest als dem Manne unterlegen. Kein Gesetz, das die Gleichstellung der Frauen in allen Lebensbereichen, ohne Wenn und Aber, befiehlt.

Dokumentation von Heiko Heinen über die Tour 2020 (ca.45 Min.)

Frauen kennen die Dämonen in der Tiefe des Abgrundes, der die Gesellschaft noch immer spaltet. Frauen – und Künstler.

Denn Künstler*innen wollen nicht töten, verstümmeln oder beherrschen. Sie wollen etwas erschaffen, das gut ist. Das der Welt keinen Schaden zufügt, sondern Freude bereitet. Oder eine Botschaft transportiert, wie die Installation „Broken/ (Un)Broken“ von Dennis Josef Meseg.

Auch dieser Künstler möchte ein Zeichen setzen gegen Gewalt gegen Frauen, und die originelle Umsetzung seiner Gedanken in ein Kunstwerk ist weit tiefgründiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Schaufensterpuppen und oranges Flatterband. Eine Kombination dreier Symbole, denen einzeln betrachtet eine vertraute, klare Deutung zukommt.

Flatterband zum Beispiel ist ein Zeichen für Abgrenzung, im positiven Sinne als Schutz vor Gefahren, aber auch als Hindernis auf dem Weg zueinander.

Und Puppe oder Püppchen – wie oft hat man diese Bezeichnungen nicht schon gehört? Doch was nach einem Kosewort klingt, zeugt in Wahrheit von Geringschätzung: Frauen werden auf ihr Äußeres reduziert, auf ein Spielzeug ohne Verstand. Oft auch noch zwangsweise verhüllt oder anderweitig versteckt wie ein eifersüchtig bewachtes Stück Eigentum.

Orange wiederum ist die Farbe der Freiheit, der Freude und Geborgenheit, der emotionalen Wärme. Deshalb hat die alljährlich von UN Women durchgeführte Kampagne „Orange the World“ eben diese Farbe für ihren Feldzug gegen das unausgesetzte, vielfältige Leid der Frauen erwählt.

Und wie erschütternd ist es, dass das Flatterband, das die „Frauen“ in Dennis Josef Mesegs Installation verhüllt, unkenntlich macht und von der Außenwelt abschneidet, die Farbe der Freiheit trägt!

„Broken/ (Un)Broken“ ist ein Aufruf, die Gewalt gegen Frauen endlich zu beenden. Männer können sehr wohl zu der Einsicht gelangen, dass alle Frauen, so wie auch ihre Mütter, Frauen und Töchter, genauso wertvoll sind wie sie selber, und die gleiche Achtung verdienen.

Das sollte ihr Ziel sein – der Beitrag zu einer besseren Welt, basierend auf Liebe, Herzblut und Geduld.

Wie Künstler*innen sie empfinden für ihre Werke.

Und Frauen für ihre Kinder.

Update Installation “Broken/ (Un)Broken” auf der Revierkunst in Hattingen 2021 Update Installation “Broken/ (Un)Broken” auf Ausstellung “Diskriminierung und Menschenhandel” von der Diakonie Sulz am Neckar

UPDATE 13.02.2022

Ab heute wird der Titel der Installation “Broken” offiziell in “Broken/ (Un)Broken” geändert.
Bei den letzten öffentlichen Ausstellungen von “Broken/ (Un)Broken” auf der Revierkunst in Hattingen und bei der Diakonie in Sulz am Neckar, hatte sich bereits die Darstellung/ Aufstellung der Installation deutlich verändert. Die im Jahr 2020 geäußerte Kritik von liberalen Queer-Feministinnen ist in die Installation mit eingeflossen.
Wie auf den Fotos zu erkennen ist, stehen nun zwei kleinere Gruppen von Demonstrantinnen vor der Installation. Zum einen die Vertreterinnen von “StillNotBroken”, der Gegenbewegung zu “Broken” und auf der anderen Seite die stummen Vertreterinnen von “TotalyBroken”.
Dies stellt die unterschiedliche Auffassung der Betroffenen dar. Die Einen, die als “Unbroken” gesehen werden möchten und die Anderen die aufgrund der Schwere Ihrer Verletzung als “TotalyBroken” angesehen werden können, da sie teilweise an Ihren Misshandlungen gestorben sind oder sich selber das Leben genommen haben.
Im Hintergrund stehen die restlichen ca. 200 Darsteller:innen von “Broken/ (Un)Broken”.

Ihre Meinung zu “Broken/ (Un)Broken”

Wie empfanden Sie die Installation?
Haben Sie “Broken/ (Un)Broken” live gesehen? Hinterlassen Sie gern ein Feedback.

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Siegburg/ Kreishaus – 24.11.2020 Bonn/ Münsterplatz – 25.11.2020 Aachen/ Münsterplatz – 26.11.2020 Bonn/ Frauenmuseum – 27.11.2020